foto_transpi_kMehr als 10 000 Menschen folgen dem bundesweiten Bündnis „Nazifrei!-Dresden stellt sich quer“ - darunter über Tausend aus Thüringen; mehrere hunderte Jenaer_innen.

Nachdem am Montag, den 13.Februar 2012 über hundert Jenaer Bürgerinnen und Bürger sich an den Aktionen des Bündnisses „Dresden - Nazifrei“ beteiligten, kamen am Samstag, den 18. Februar wieder über Tausend Thüringer_innen, mit ihnen über 200 Jenaer_innen, nach Dresden, um sich in die seit Jahren bundesweit größte antifaschistische Demonstration einzureihen.

Am 13. Februar hatten über 2500 Menschen mit ihrer Teilnahme am Mahngang „Täterspuren“ dem Mythos Dresdens als unschuldiger Kulturstadt die Biografien der Nazitäter und deren Tatorte inmitten der Stadt gegenüber gestellt. Mehrere Tausend Menschen folgten dem Aufruf von „Dresden-Nazifrei“ und sorgten mit ihren Blockaden dafür, dass die geplante Marschroute der Neonazis deutlich verkürzt werden musste. „Solange es Naziaufmärsche gibt,“ sagt Franziska Theune-Hobbs vom Jenaer Aktionsnetzwerk „werden wir selbstbestimmt und auch mit Mitteln des zivilen Ungehorsam danach streben, die Nazis zu hindern, ihre menschenverachtende Ideologie und ihre Geschichtsverdrehung in der Öffentlichkeit zu präsentieren und die Opfer der NS-Barbarei zu verhöhnen.“

In den Jahren 2010 und 2011 gelang es tausenden Menschen aus der gesamten Bundesrepublik und den Nachbarländern durch entschlossene Blockaden, den bis dahin europaweit größten Naziaufmarsch zu verhindern. Trotz Repression und Kriminalisierung wuchs die Bereitschaft noch an, auch am 18. Februar 2012 den Nazis keine Chance zu lassen, in Dresden aufzumarschieren. Dies führte dazu, dass die Nazis ihren Marsch entnervt abmeldeten.

Warum fuhren aber über 200 Jenaer_innen gemeinsam mit ca. 1000 Menschen aus ganz Thüringen auch am Samstag, den 18. Februar nach Dresden?

„Wir sind hier, weil es vier Übel für uns gibt: die Nazis auf den Straßen, die Nazis in den den Köpfen, das dumpfe Wegschauen viel zu vieler und die Arroganz der Politiker, die uns vorschreiben wollen, rein symbolisch und völlig wirkungslos gegen dieses Treiben anzugehen.“ Sagte dazu Mariana Thiele vom Jenaer Aktionsnetzwerk zur Auftaktkundgebung am Dresdner Hauptbahnhof.

Weiterhin kam es darauf an, nochmals sehr deutlich, mit vereinten Kräften und entschlossener Solidarität die Kriminalisierung der erfolgreichen Proteste von 2010 und 2011 zurückzuweisen. „Unser Protest war auch 2011 genauso wenig gewalttätig oder illegitim wie 2012“ erklärt Harald Zeil. „Nicht wir haben umgelernt, die Politiker und die ausführende Polizei hatten und haben umzulernen. Die rassistischen NSU-Morde unter den Augen des Verfassungsschutzes machen dies mehr als klar.“

Und wir betonen immer und immer wieder: „Wir lassen uns nicht spalten in die Guten und in die Bösen, in die friedlichen und in die gewalttätigen Demonstrant_innen, in die erlaubte und die angeblich kriminelle Demonstration.“

Nur durch klares Zusammenstehen, durch die Solidarität miteinander, unter Anerkennung der Unterschiedlichkeit in dem spektrenübergreifenden bundesweiten Bündnis „Dresden-Nazifrei“ ist die Verhinderung der Naziaufmärsche 2010, 2011 und 2012 so gelungen.

Die Dresdner Gesellschaft sollte nun Wege finden, sich endgültig von den Spaltungen durch die Verfechter der Extremismustheorie zu lösen und sich gemeinsam und entschlossen dem braunen Spuk in ihrer Stadt und seinen Anknüpfungspunkten durch den unsäglichen „Dresden-Mythos“ entgegenzustellen.

Wieder sagen wir laut und klar: Unsere Solidarität geht weiter! Aus dieser Solidarität erwächst unsere Kraft und deshalb waren auch die Jenaer am Samstag abermals in Dresden.

Für eine solidarische Gesellschaft - gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus in unserer Mitte.